Weihnachtskekse - frisch gegrillt

Wenn Ihnen jetzt im  späten Jahr nach der  eigentlichen Grillage noch jede Menge intakter Restglut zur Verfügung steht, können Sie diese im Hinblick auf die nahenden Feiertage optimal verwerten – backen Sie doch Ihre Weihnachtskekse unter dem Deckel Ihres Grills.

Die Idee klingt absurder, als sie ist. Denn als erfahrener GrillZeit-Leser wissen Sie ja: Was im Backofen möglich ist, gelingt auch am Griller. Oft sogar besser. Wir erinnern da nur an unseren dekorativen Panettone im Blumentopf oder unsere sagenhaften  Salzburger Grillnockerl. Voraussetzung  ist lediglich ein beliebiges Grillgerät mit  Deckel und Platz für das Blech. Und  eine Temperatur im Garraum zwischen 140 und 160°C. Sowie etwas Know-how.

Denn nach den leidvollen Erfahrungen eines misslungenen ersten Versuchs wissen wir jetzt: Kekse brauchen Höhe – zumindest auf einem Gusseisenrost. Weil mit der Grillplatte oder dem Backblech direkt auf diesem platziert, bekommen  die Kekse aufgrund des hervorragenden  Wärmeleitvermögens des Materials  unweigerlich zu viel Hitze von unten,  andererseits zu wenig von oben und letztlich schwarze Füße. Also ist Entkoppeln  angesagt und zudem für mehr Oberhitze  zu sorgen.

Baumeister. Sollten Sie einen Griller mit einem Rost in zweiter Etage haben, nutzen Sie diesen – Ihre Weihnachtskekse werden es Ihnen danken. Auf Nummer sicher gehen Sie allerdings, wenn Sie von Ihrem letzten Bauprojekt noch ein paar Ziegelsteine in Griffweite haben. Denn diese sind nicht nur ideale, feuerfeste Puffer zwischen Rost und Backblech, sondern liften die Kekse auch dorthin, wo im Garraum die meiste Hitze von oben reflektiert – also relativ knapp unter den Deckel. Damit ist dann auch die Temperaturangabe des Deckelthermometers von ultimativer Relevanz. Und das Backergebnis ist wirklich überzeugend – sanfte, gleichmäßige Bräunung bis in die Ecken.

Ansonsten unterscheiden sich die Vorbereitungsarbeiten für unsere Grillkekse in keiner Weise von denen für normale Weihnachtskekse. Was ausgewalzt gehört, wird ausgewalzt, was mit weiteren Zutaten vermengt und verrührt gehört, wird vermengt und verrührt, was ausgestochen gehört, wird ausgestochen, und alles wird auf einer Grillplatte (wir haben unsere Plancha verwendet) oder einem Backblech auf Backpapier gelegt. Sobald die Garraumtemperatur im Griller passt, wird gebacken. Und zwar meist nur ein paar Minuten lang.

Wir haben das ausprobiert – sowohl mit Fertigteigen als auch mit selbstgemachten, was auch nicht wirklich viel Mühe erfordert. Die Rezepte von unserem erfolgreichen Selbstversuch finden Sie untenstehend.
Alles in allem also eine sehr empfehlenswerte Methode, einerseits den lästigen Grillkohlenrest sinnvoll zu verwerten und andererseits quasi eine Außenstelle für die Weihnachtsbackstube zu eröffnen. Von der Befriedigung unserer Experimentierfreudigkeit einmal ganz abgesehen. Und eine gute Idee ist es sicher auch, die Weihnachtskeks-Grillerei ganz bewusst als eigenen Event anzusetzen – mit Punsch oder Glühwein und allem weiteren Drumherum.

Rezeptvorschläge:
Vanillekipferln
Kokosbusserln
Linzer Augen
Zimtsterne
Lebkuchen