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Steaksaucen für Kenner

Kalte Saucen zum Steak muss man nicht unbedingt selber machen. Es gibt durchaus auch käuflich erwerbbare Varianten, die jedes Feinschmeckerherz höher schlagen lassen. Die Spreu vom Weizen trennten wir für Sie in einer Verkostung.

Gehen wir davon aus, dass Sie mit Ihren Steaks eine exakte Punktlandung hingelegt haben. Genau auf den Punkt heißt in unserem Fall, dass Sie das Fleisch so gebraten haben, wie Sie, respektive Ihre Gäste, das auch wirklich mögen: rare, medium oder well done – je nachdem. Gesetzt also den Fall, dass das passiert ist, fehlt Ihnen nur noch ein kompatibler Begleiter. Und wir sprechen jetzt nicht von Beilagen jeglicher Art, sondern von der ultimativen Sauce. Diese zu finden ist allerdings gar nicht so leicht. Aber wir haben Ihnen diese Fahrt auf der Hochschaubahn des Geschmacks abgenommen und uns durch 25 Steak- und Grillsaucen durchgekostet.

Die erste Runde.
So liefen wir also von Feinkost-Geschäft zu C+C-Markt, vom Supermarkt zum Delikatessen-Standl und bemühten auch das Internet, um adäquates Saucengut heranzukarren und dieses im Kreise geschmackssicherer Kolleginnen und Kollegen einer ersten – noch steaklosen – Vorverkostung zu unterziehen. Wir notierten also sämtliche sachdienlichen Hinweise penibel genau in unsere Verkostungsmatrix und werteten sowohl nach Schulnotensystem (allerdings mit einer Kommastelle) als auch verbal nach Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack.

In relativer Bälde hatten wir 25 Saucen auf 11 reduziert, die es unserer Meinung nach wert waren, in die zweite Runde aufzusteigen. Bereits dabei fiel uns auf, dass die geschmacklichen Unterschiede extrem waren, vor allem bei jenen, die vorgaben, wirklich hot zu sein. Und: Wenn man Rauchnoten nicht mag, also diesen original amerikanischen Smoky Taste, die man in vielen Barbecue-Saucen findet, dann tut man einigen Saucen unter Umständen fürchterlich unrecht.
Doch sei es wie es sei, derlei Verkostungen sind und bleiben nun einmal subjektive Betrachtungen, auch wenn man davon ausgehen kann, dass die Summe aller Subjektivitäten in jedem Fall der Objektivität bereits ziemlich nahe kommt.

Das ultimative Sixpack. War man also bis hierher ohne Fleischbegleitung unterwegs, so mussten die in die nächste Runde aufgestiegenen elf Saucen nun ihre Kraft direkt am Objekt der Begierde unter Beweis stellen – am Steak selbst. Hiezu verwendeten wir gut abgelegene Hüftsteaks, geschnitten vom Hüferscherzl, und grillten diese ganz bewusst so, dass sie innen noch leicht blutig waren. Nicht nur, weil uns diese Steak-Variante persönlich am besten mundet, sondern auch, weil wir die Harmonie unserer Saucen an sämtlichen Zubereitungsstufen der Steaks testen wollten.
Und so ermittelten wir also das ultimative GrillZeit-Saucen-Sixpack, das wir unter anderem auch deswegen keinem Ranking unterzogen, weil die Unterschiede letztendlich nur mehr im Nuancenbereich lagen. Was wir ebenfalls nicht berücksichtigt haben, waren die durchaus großen preislichen Unterschiede der einzelnen Saucen, die von € 1,29 bis 7,90 reichten.

Daher unsere sechs Favoriten in alphabetischer Reihenfolge:

• Heinz Hot Chili Sauce
Sie wirkte auf das gesamte Testteam sehr harmonisch und abgerundet, ist mit einer überaus angenehmen, aber nicht zu starken Schärfe beseelt und spielt gemeinsam mit dem Fleisch eine weitaus größere Harmonie aus als alleine verkostet.

• Heinz Original Barbecue Sauce
Sie besticht durch eine überaus angenehme Rauchigkeit, die sofort mit dem Fleisch harmoniert und vor allem im Abgang einen überaus angenehmen, nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

• HP Fruity
Sie bringt einen frischen, exotischen Touch und somit etwas Leichtigkeit in die doch etwas schwerer anmutende Saucen-Sixpack-Runde. Auch hier gilt: In Verbindung mit der Wärme des Fleisches entfaltet diese Sauce noch weitere Aromen, sowohl olfaktorisch als auch geschmacklich.

• HP Original BBQ Sauce
Sie bringt vor allem Liebhaber der etwas rauchigeren Note zum Schwärmen und vermittelte dem Gros des Testteams perfekte Harmonie mit den Steaks.

• Stubb’s Bar-B-Q Sauce Hickory Bourbon
Sie besticht durch die typisch amerikanische Hickory-Rauchnote, ein Walnussgewächs, wurde zusätzlich mit Bourbon-Whiskey aromatisiert und entlockte uns ein eher verblüfftes, jedoch umso angenehmeres „Wow!“

• Stubb’s Bar-B-Q Sauce Honey Pecan
Auch diese Sauce hat eine sich sehr integrierende Rauchnote, jedoch geprägt von der Süße des Honigs und dem typischen Geschmack der ebenfalls etwas süßlichen Pekannuss. Müsste im Übrigen auch perfekt zu Lachs und Truthahn passen.

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